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Sarkopenie und Dynapenie: Warum Langlebigkeit im Gehirn beginnt

Mit zunehmendem Alter verlieren Menschen nicht nur Muskelmasse, sondern vor allem Kraft. Die Wissenschaft unterscheidet dabei heute zwischen zwei zentralen Phänomenen: Sarkopenie und Dynapenie.

Sarkopenie beschreibt den altersbedingten Verlust von Muskelmasse.

Dynapenie hingegen meint den Verlust von Muskelkraft – und genau hier wird es neurowissenschaftlich interessant. Denn Kraftverlust entsteht häufig nicht allein im Muskel, sondern direkt im Nervensystem.

Langlebigkeit mit einer langen attraktiven Lebens- und Gesundheitsspanne korreliert sehr stark mit einem gesunden Maß an Muskelmasse und der dazugehörigen Erlaubnis zur Kraftentfaltung bis ins hohe Alter.

 

Eine Bewegung startet lange vor der Muskelkontraktion im Gehirn

Bevor ein Muskel überhaupt aktiviert und dadurch eine Bewegung initiiert wird, benötigt das Gehirn sensorische Informationen aus dem Körper. Muskeln, Sehnen, Knochen respektive Gelenke, die Augen, das Gleichgewichtssystem und Organe, vor allem die Haut — senden permanent Daten an das zentrale Nervensystem nach oben ins Gehirn.

Die Haut ist dabei eines der wichtigsten sensorischen Organe für die Propriozeption, also für unbewusste Wahrnehmung der eigenen Körperposition, Haltung und Bewegung im Raum. Mechanorezeptoren registrieren kontinuierlich Berührung, Zug, Vibration, Veränderung von Druck und Temperatur und liefern dem Gehirn so entscheidende Informationen zur Bewegungssteuerung.

Ziel ist ein stets klares Selbstbild. Unser Gehirn arbeitet hier mit sensorischen Kartierungen des Körpers (sensory mapping). Eine gute Propriozeption erlaubt Koordination und Stabilität ohne visuelle Kontrolle.

Erst auf Basis eines klaren sensorischen Inputs, der die Sicherheitsbedürfnisse unseres Gehirns befriedigt, entscheidet es, wie viel Kraft, Stabilität und Koordination notwendig sind, um eine bestimmte Aufgabe oder Situation zu lösen.

Denn wir dürfen nie und besonders nicht im sportlichen Kontext vergessen, die primäre evolutionäre Aufgabe unseres 50.000 Jahre alten Gehirns im Jahr 2026 ist immer noch Überleben und das 24/7 scannen der Umwelt auf potentielle Gefahren.

Dieser Prozess wird als sensomotorische Steuerung bezeichnet.

 

Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich jedoch genau diese sensorische Wahrnehmung.

Die Folge:
Bewegungen werden langsamer, instabiler und kraftärmer — selbst dann, wenn noch vergleichsweise viel Muskelmasse vorhanden ist.

 

Wenn das Nervensystem altert

Muskelkraft ist kein rein mechanischer Prozess. Damit ein Muskel effizient arbeiten kann, müssen sensorische Systeme, Gehirn, Rückenmark und Motoneurone präzise zusammenspielen. Ein starker Output ist immer von einem klaren Input und dem Zusammenspiel aller neuronalen Netzwerke abhängig (Flow).

Mit dem Alter reduzieren sich bei zu wenig Belastung besonders jene Motoneurone schneller, die bei kraftvollen und explosiven Bewegungen aktiv sind.

Hinzu kommt, je älter man wird, desto mehr hat der Körper respektive das Gehirn und sein Nervensystem schon erlebt ja manchmal sogar überlebt. Es kann durchaus vorkommen, dass gewisse Netzwerke und Regulierungs-Mechanismen nicht mehr optimal funktionieren.

Das bedeutet ein sensorischer Reiz, wird aufgrund einer schlechten Kartierung und vermeintlichen negativen Erfahrungen in der Vergangenheit, absolut falsch oder überinterpretiert.

Als Folge wird eine Schutz- oder Schmerzreaktion ausgelöst, obwohl eigentliche keine potenzielle Gefahr besteht. Für das frühzeitige Wahrnehmen von potenziellen Gewebeschädigungen sowie schnellstmögliches Reagieren auf eine Verletzung, besitzt unser Körper spezielle Nervenfasern. Sie senden dem Gehirn ständig Informationen über den Status Quo des eigenen Körpers von außen (Exterozeption) und innen (Interozeption).

A-δ-Fasern senden Schmerzimpulse als eine Art Frühwarnsystem mit einer Geschwindigkeit von etwa 20m / sec. (heiße Herdplatte, Finger weg).

C-Fasern sind nicht myelinisiert und leiten deutlich langsamer mit einer Geschwindigkeit von ca. 1m/s. Sie vermitteln einen dumpfen, pochenden oder brennenden Schmerz, der länger anhält.

Grundlegend gilt die Regel, je klarer die neuronalen Rahmenbedingungen und die Konsequenzen einer Handlung für unser Gehirn prognostizierbar sind, desto mehr Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer erlaubt es.Aus diesem Grund verlieren viele ältere Menschen auch deutlich schneller Kraft als Muskelmasse.

 

Warum Krafttraining auch Gehirntraining ist

Moderne Studien zeigen, dass die ersten Anpassungen an Krafttraining vor allem neuronal sind. Bereits nach wenigen Wochen verbessern sich:

  • die sensorische Wahrnehmung des Körpers
  • die Verarbeitung propriozeptiver Reize
  • die Rekrutierung motorischer Einheiten
  • die Kommunikation zwischen Gehirn und Muskel
  • die Koordination komplexer Bewegungsmuster

Der Körper wird also zunächst nicht größer — sondern neurologisch effizienter.

Besonders wertvoll sind dabei kontrollierte, koordinativ anspruchsvolle und schnelle Bewegungen. Sie trainieren nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Fähigkeit des Gehirns, sensorische Informationen präzise zu verarbeiten und in Bewegung umzusetzen.

Aus diesem Grund habe ich für Dich „Mein Kraftkurs“ als ersten neurozentrierten §20 Online-Kurs zur Pravention bei der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifizieren lassen.

 

Neuroathletik: Training für Gehirn und Bewegungssystem

Denn genau hier setzt neurozentriertes oder einfach „gehirngerechtes“ Training an, wie es unter anderem von Lars Lienhard im Rahmen seines Neuroathletik-Trainings (NAT) geprägt wurde.

Im gehirngerechten Training steht nicht primär der Muskel im Fokus, sondern die Qualität der Informationen, die das Gehirn zunächst aus dem Körper selbst erhält.

Trainiert werden unter anderem:

  • sensorische Wahrnehmung
  • Gleichgewichtssystem
  • Augenbewegungen
  • Gelenkpositionierung
  • Koordination und Bewegungspräzision

Die Grundidee dahinter ist relativ pragmatisch – je besser Dein Gehirn sensorische Informationen verarbeiten kann, desto effizienter kann es Deine Bewegungen und Kraft regulieren.

Gerade im Kontext von Sarkopenie und Dynapenie gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung.

Denn altersbedingter Kraftverlust ist häufig nicht nur ein Problem fehlender Muskelmasse, sondern wie beschrieben auch eine Folge reduzierter sensorischer und neuronaler Leistungsfähigkeit.

Neurozentriertes oder gehirngerechtes Training hilft deshalb, die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper gezielt zu verbessern.

Mit gehirngerechtem Training werden/bleiben Bewegungen sicherer, effizienter und dadurch kraftvoller – Die Selbstwirksamkeit wird gestärkt und eine volitive Lebenshaltung bis ins hohe Alter unterstützt.

 

Die Zukunft der Prävention und Rehabilitation ist neuro-zentriert

Die moderne Alters- und Gesundheitsforschung betrachtet Muskelabbau längst nicht mehr als reines Muskelproblem. Entscheidend ist das Erkennen des kausalen Zusammenhangs zwischen stabilen neuronalen Netzwerken, sensorischen Systemen Input und Muskulatur als Output Organ.

Wer langfristig leistungsfähig bleiben möchte, muss daher nicht nur Muskeln trainieren, sondern auch die Qualität sensorischer Reize erhalten.

Denn wirkliche Kraft entsteht nicht erst im Muskel – sie entsteht zunächst durch eine entspannte Wahrnehmung der Umwelt und das optimale Fühlen des eigenen Körpers.

 

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